Mori Ogai Ausstellung
- Ein Rückblick -

 
22. März bis 28. April 2002
 
Eröffnung am 22 März 2002 um 20 Uhr
 
Stadtmuseum für Literatur am Oberrhein (im Prinz-Max-Palais), Karlstr. 10, Karlsruhe
   
 
   
Wer ist Mori Ogai? Vor 2 Jahren konnte ich diese Frage auch noch nicht beantworten. Da-mals wurde uns erstmals eine Wanderausstellung der Mori-Ogai-Gedenkstätte, Berlin angebo-ten. Frau Matsushima-Fritz war gleich begeistert: "Mori Ogai - einer der größten Schriftstel-ler, der Goethe Japans, in Japan kennt ihn jedes Kind!"
Mir dieser Begeisterung wandten wir uns an den Leiter des Museums für Literatur am Ober-rhein, Prof. Schmidt-Bergmann. Dies war der Beginn einer erfreulichen Zusammenarbeit. Auch Prof. Schmidt-Bergmann konnte sich auf anhieb für dieses exotische Thema erwärmen. Nach einigen Terminschwierigkeiten machte sich das Team des Literaturmuseums, allen vor-an Herr Keller, an die Arbeit. Die professionelle Organisation war für uns sehr erfreulich. Wir übernahmen "nur" die Gestaltung der Ausstellungseröffnung und des Beiprogramms.
  Mit bangem Erwarten blickten wir der Ausstellungseröffnung entgegen: wie viele Leute wür-den sich in Karlsruhe für ein so elitäres Thema interessieren? Die Resonanz überraschte - über 50 Personen erschienen.
 

Sie wurden nach den Begrüßungsworten von Prof. Schmidt-Bergmann und Frau Matsushima-Fritz, mit einem sehr guten und ausführlichen Vortrag von Prof. Wolfgang Schamoni vom Japanologischen Seminar der Uni Heidelberg belohnt. Prof. Schamoni ist ein profunder Ken-ner Ogais. Er hat etliche seiner Werke aus dem Japanischen übersetzt. Er stellte uns nicht nur Mori Ogai als einen unglaublich fleißigen Arzt und Schriftsteller (Gesamtwerk 38 Bände) vor, sondern machte uns anhand der präzisen Beobachtungen Ogais auch die Lage Ende des 19.Jahrhunderts in Japan und Deutschland klar. In dieser Zeit befand sich Japan in einem großen Umbruch. Man machte sich auf den Weg aus einer mittelalterlichen Ständegesellschaft in die Neuzeit. Um vom Westen zu lernen, wurden die besten Studenten nach Europa und USA geschickt.

   
   
   
 
   
  Wie diese jungen Männer, die von den Regeln und Werten der Samuraitradition geprägt waren, mit dem für sie unglaublich lockeren Leben im Westen zurecht kamen, konnte man auch in dem Film "Die Tänzerin" sehen, der am 11.4.02 im Rahmen des Beiprogramms gezeigt wurde. Der Film beruht auf der Erzählung "Maihime" und schildert anschaulich wie ein junger Japaner im Berlin von 1890 lebt und leidet, und sich letztendlich doch für die Ehre und das Vaterland entscheidet. Die Besucher dieses Videoabends konnten sich anschließend noch besonderer Leckerbissen erfreuen: Frau Csizmazia und Frau Dorner hatten viel Platten mit leckeren Sushi vorbereitet, bei denen das diskutieren über den Film viel mehr Freude machte.
  Wenn Sie nun Lust bekommen haben sich auch mit Mori Ogai zu beschäftigen: einige seiner Bücher sind in der Badischen Landesbibliothek auszuleihen, und "Die Tänzerin" wurde erst 1999 neu aufgelegt und ist im Buchhandel erhältlich.
 
  E. Paur
   
  Bilder: H. Panier
   
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